Zu den Abwehrkräften

Unsere natürliche Abwehr  

Sie sind rund um die Uhr in aktiver Bereitschaft und für den Körper lebensnotwendig. Trotzdem sind sie kaum wahrnehmbar: Die körpereigenen Abwehrkräfte. Meistens werden wir uns ihrer enormen Bedeutung erst bewusst, wenn ihr Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht gerät. Denn unsere Abwehrkräfte sind ein wichtiger Schlüssel für unsere Gesundheit. Was sich genau hinter körpereigenen Abwehrkräften verbirgt, wie sie funktionieren und gezielt unterstützt werden können, erfahren Sie hier.

 

Unser Abwehrsystem – wie funktioniert’s?

Wir haben von Natur aus ein starkes Abwehrsystem. Jedoch ist es Tag für Tag hohen Belastungen ausgesetzt: Nasskaltes Wetter, Stress oder unerwünschte Bakterien können unsere natürliche Abwehr schwächen.

Ob an Türklinken, Geldscheinen, Spielzeug in Kindertagesstätten oder in vollbesetzten Verkehrsmitteln – überall im Alltag begegnet unser Körper einer Vielzahl unerwünschter Keime oder äußerer Einflüsse. Ohne unsere Abwehrkräfte könnten schädliche Mikroorganismen und Fremdsubstanzen im direkten Kontakt (z.B. wenn die Hände direkt zum Mund geführt werden) die natürlichen Schutzbarrieren wie die Schleimhäute des Mundes, der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes durchqueren und sich somit ausbreiten.

Um sich gegen solche Angriffe erfolgreich zur Wehr setzen zu können, steht dem Körper glücklicherweise ein hoch entwickeltes Schutzsystem zur Verfügung: die körpereigenen Abwehrkräfte.

Unser Abwehrsystem ist so vielschichtig angelegt, dass unerwünschte Keime & Co. mehrere, ineinander greifende Abwehrbarrieren überwinden müssen, um sich im Körper ausbreiten zu können. Wichtig ist dabei, dass jede einzelne Abwehrbarriere optimal funktioniert. Für starke Abwehrkräfte sind sie das A und O!

Haut und Innenwände der Atem- und Verdauungswege sind eine ideale Eintrittspforte für unwillkommene Eindringlinge – jedoch so beschaffen, dass sie eine erste effektive Abwehrbarriere darstellen.

Unsere Körperoberflächen sind so beschaffen, dass sie eine schützende Barriere zwischen Körperinneren und Außenwelt bilden. Eine Schicht dicht gepackter Zellen ist hierfür verantwortlich. Außen nehmen wir dies mit bloßem Auge als unsere Haut wahr; im Inneren sind es die Innenwände des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege, die mit einer schützenden Schleimhaut ausgekleidet sind.

Es ist nicht verwunderlich, dass unerwünschte Angreifer überwiegend über die inneren Oberflächen eindringen, denn die Schleimhautoberflächen müssen aufgrund ihrer körperlichen Funktionen (z.B. Nährstoffaufnahme, Gasaustausch) durchlässig sein, gleichzeitig kommen sie über Atemluft und Nahrung gehäuft in direkten Kontakt mit körperfremden Mikroorganismen.
Eine intakte und gesunde Oberflächenbarriere ermöglicht Schutz an vorderster Front.

Eindringlinge, die die ersten, äußeren Barrieren durchdringen können, treffen auf ein großes Abwehrheer, das unerwünschte Keime – gleich welcher Art – so schnell wie möglich versucht einzugrenzen und auszuschalten. Über dieses sogenannte angeborene Abwehrsystem verfügt jeder Mensch von Geburt an.
Die zahlreichen, fremden Keime, auf die ein gesunder Mensch tagtäglich trifft, werden bereits innerhalb kürzester Zeit von den angeborenen Abwehrmechanismen des Körpers erkannt und zum Großteil zerstört. Speziell ausgebildete Abwehrzellen, die sogenannten Fresszellen (=Phagozyten), kommen dieser wichtigen Aufgabe nach. Anhand der andersartigen Oberflächenbeschaffenheit werden fremde Eindringlinge rasch erkannt und von den Abwehrzellen umschlossen und abgebaut. Unterstützt werden diese Mechanismen zusätzlich durch eine große Anzahl antimikrobieller Proteine. Eindringlinge, die erfolgreich die äußeren Barrieren des Körpers passieren, werden auf diese Weise innerhalb kürzester Zeit attackiert.

Spezifische Abwehrmechanismen entwickeln gegen unerwünschte Keime gezielt maßgeschneiderte Gegenmaßnahmen – diese Abwehrvorgänge werden im Laufe des Lebens bei direktem Kontakt mit einem unerwünschten Angreifer in Gang gesetzt und ständig angepasst.

Die große Vielfalt potenzieller Angreifer macht es erforderlich, dass die körpereigene Abwehr gezielt auf ihre Umwelt reagieren kann. Neben den angeborenen Maßnahmen gibt es daher auch Mechanismen, die hochspezifisch sind und sich im Laufe des Lebens immer weiterentwickeln und anpassen. Als Hauptakteur wird hier die Gruppe der Lymphozyten (die so genannten T- und B-Zellen) aktiv, die Angreifer identifiziert, ausschaltet und darüber hinaus in hoher Menge ein maßgeschneidertes „Gegenmittel“ herstellt, die sogenannten Antikörper, die den Angreifer unschädlich machen können. Gleichzeitig werden bestimmte Informationen über bisher bekämpfte Angreifer wie in einem Archiv abgespeichert und bei Bedarf abgerufen.
Das sogenannte adaptive Abwehrsystem ist hoch spezifisch und entwickelt sich im Laufe des Lebens ständig weiter.

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